Gutscheine und Schnipps
Ab dem Jahrgang 1956 enthalten die Micky Maus-Hefte Gutscheine. Diese konnten gesammelt und beim Verlag gegen Prämien eingetauscht werden, zunächst nach einer festgelegten Reihenfolge, später zur freien Auswahl. 1976 lösten die "Schnipps" die Gutscheine ab. Sie wurden 1984 zusammen mit dem Micky-Maus-Klub eingestellt.1956
Im ersten Jahr zeigen die Gutscheine in jeder Ausgabe eine andere Figur (von recht unterschiedlicher Qualität). Im direkten Vergleich fällt auf, dass die gestrichelte Linie vermutlich jeweils neu eingezeichnet wurde. Der Winkel zum Seitenrand ist bei jedem Gutschein anders ausgefallen (gut zu sehen etwa bei den Heften 1 und 26), so dass die Gesamtgröße und die Seitenlängen ebenfalls variieren.1957
In diesem Jahr werden die Bildmotive durch die Angabe der Heftnummer ersetzt. Auch die Schriftart variiert. Ab Heft 19 sind die Gutscheine viereckig, auffällig groß und bunt gestaltet, bevor sie zum Jahresende zurück ins Graue übergehen. Die Klubnachrichten werden in "MMK-Nachrichten" umbenannt und erhalten die laufende Nummer 45 (entspricht 19 Ausgaben und den 26 Heften des Vorjahres).Info:
- Die Auflage ist laut Redaktion auf eine halbe Millionen Hefte gestiegen (1954: 400.000).
- Die "vielen neuen Leser" werden in Heft 18 - und nochmals in Heft 28 ausführlich - auf die zwingend einzuhaltende Reihefolge der Klub-Artikel (Ausweis, Nadel, Wimpel, Fahrtentuch, Fahne, Taschenbuch) hingewiesen.
ab 1958
Das Heft erscheint jetzt wöchentlich und bringt es in diesem Jahr auf 51 Ausgaben.Änderungen:
- In Heft 9 wird die Pflicht, die Reihenfolge bei dem Klub-Artikeln einzuhalten, aufgehoben. Nachdem sie den obligatorischen Ausweis erhalten haben, dürfen die Leser über die nächsten Artikel frei bestimmen.
- Mit Heft 14 ändert sich das Format der Gutscheine auf Leserwunsch erneut. Die Redaktion titelt "MMK-Gutscheine jetzt dreieckig", als sei dies eine völlige Neuheit. Dieser Gutschein bleibt bis
1971 unverändert (von Variationen der Größe abgesehen) und ist damit am häufigsten erschienen.
Interessantes Detail: Die Gutscheine auf der Beispiel-Postkarte sind spiegelverkehrt abgedruckt, vielleicht um sie im Falle einer Einsendung zu erkennen. (Da die tatsächliche Umsetzung von diesem Entwurf abweicht, sollte dies keine Rolle gespielt haben.)
1963 bis 1964
Auto-Gutscheine
Von Heft 45 an werden auf der Titelseite(!) der Micky Maus - zusätzlich zu den MMK-Gutscheinen im Innenteil - Gutscheine für Auto-Sammelbilder abgedruckt. Der letzte Auto-Gutschein erscheint mit Ausgabe 39/1964.- Bis 1966 lagen den Heften in Abständen 24 (von 40) Auto-Sammelbildern bei. Die Bilder 5, 6, 7, 8, 13, 14, 15, 16, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27 und 28 - immer vier aufeinanderfolgende im Verbund - waren hingegen nur für je 12 Auto-Gutscheine erhältlich.
- Die regulären MMK-Gutscheine galten hierfür zunächst nicht, nach der Einstellung der Auto-Gutscheine durften auch diese verwendet werden.
- Verpasste Beilagen konnten ebenfalls gegen Einsendung von 12 Gutscheinen erstanden werden.
- Das Sammelalbum war für 3,- DM beim Verlag erhältlich.
1964
Gutscheinliste "Klubsachen"
Undatiert, wie leider fast alle Post von Ehapa. Aufgrund der Bildfolgen (bis Nr. 21) und des Micky-Kopfes ist von 1964 auszugehen.ab 1967
Gutschein für einen Donald-Kopf im LTB
In den frühen Lustigen Taschenbüchern ist unten auf der Seite des Inhaltsverzeichnises je ein "Gutschein für einen Donald-Kopf" abgedruckt.Hintergrund: Den Donald-Kopf gab es sonst nicht für Gutscheine. Er wurde in den Micky Maus-Heften beworben und konnte gegen Einzahlung von DM 1,- per Zahlkarte beim Verlag bestellt werden.
ab 1971
Nach einer kurzen Ankündigung in Heft 21 wird aus der "MMK-Zeitung" ab Ausgabe 22 das "Micky Maus Magazin". Der Gutschein erhält eine rechteckige Form und wird in unterschiedlichen Farben abgedruckt (am häufigsten in gelb).Gutschein auf der Klappseite
Während des großen Ferienwettbewerbs in den Heften 25 bis 29/1971 wandern die Gutscheine in anderem Design in die Klappseiten. Dort werden in der "Micky Maus Boutique" Bildfolgen und Aufkleber vorgestellt.Info: Die Klappseiten in Heft 29 sind gleichzeitig die letzten. Es gab sie seit 1967.
1975
DD-Gutscheine im Donald Duck Taschenbuch
Im Donald Duck Taschenbuch Nr. 3 wird der erste DD-Gutschein abgedruckt. Die Gutscheine können wie die Schnipps für Klub-Artikel eingelöst werden. Sie erscheinen in verschiedenen Farben, aber oft auch in schwarz-weiss bis ins Jahr 1984.1976
Der erste Schnipp
Mit Ausgabe 2/1976 ändert sich vieles: Das "Micky Maus Magazin" im Innenteil entfällt, der Spiel- und Bastelteil erscheint ab sofort in jedem Heft und der erste Schnipp wird auf der - noch namenlosen - "Seite 42" abgedruckt (auf die der Bastelbogen hinweist). Die Grundform des Schnipps besteht aus einem Dreieck, erweitert um ein Scherensymbol, die Nummerierung entfällt.Hintergrund: Für die neue Form benötigt man eigentlich mehrere "schnippe", will man den Gutschein-Nachfolger sauber ausschneiden. Passenderweise erhält ab Heft 4 die "Seite 42" ihren ersten Titel: "Schnipp-Schnapp-Seite".
1976
Schnipp-Liste im DIN A4 Format
Diese Schnipp-Liste liegt in einem größeren Format vor als die anderen mir bekannten. Sie erscheint vermutlich am Jahresanfang, denn es sind 41 Bildfolgen gelistet und es wird Bezug auf die neuen Schnipps und die "Schnipp-Schnapp-Seite" genommen.1977
In Ausgabe 1 erscheint einmalig eine Schnipp-Liste als Beilage im Heft. Der Schnipp ändert seine Form zurück zum Rechteck ("Zum neuen Jahr der neue Schnipp"). Der Verlag begründet dies damit, dass er leichter auszuschneiden ist und weniger Platz benötigt.- Die Starparade ist hier kurioserweise für nur sechs Schnipps aufgeführt.
- In Heft 27 erscheint die "Seite 42" zum ersten Mal unter diesem Namen als Logo oben Links, ergänzt mit dem Motto: "Hier geht der Spaß weiter..."
- In Heft 47 wird eine "Überraschungstüte" für 20 Schnipps angeboten, die zufällige Klub-Artikel, alte Bastelbeilagen und Poster enthalten kann.
- Gleichzeitig sinkt die Anzahl der Schnipps, die man für eine Bildfolge benötigt auf fünf Stück. Die runden Aufkleber steigen von drei auf fünf Schnipps, die Poster fallen auf zehn Schnipps.
1978
Mit Heft 36 ändert sich die Form erneut zum Dreieck.Info: Gleichzeitig bekommt Seite 42 ein neues Logo. Der Schriftzug wird von Donald, der auf einer Leiter steht, mit einem Pinsel gemalt. (Die letzte "Seite 42" erscheint schließlich in Heft 16/1979, danach wandert die Bastelanleitung in die Heftmitte.)
1978
Schnipp-Liste
Diese Liste erscheint - zeitlich betrachtet - etwas paradox. Auf der ersten Seite wird Bezug genommen auf Dinge, die in der Vergangenheit liegen, wie die "Schnipp-Schnapp-Seite" oder die "neuen" DD-Gutscheine. Vielleicht wurde ein alter Text übernommen. Im restlichen Teil geht es dann klar um das Jahr 1978 mit dem Leserservice und der neuesten Bildfolge Nr. 46, Dagobert Duck. (Diese wird in Heft 43/1978 vorgestellt.)1979
In den Heften 42 und 44 fehlt den Schnipps die Farbe - warum auch immer. Der Rest der Seite ist jeweils vollständig in Farbe gedruckt.ab 1981
Schnipp-Liste - der neue Micky Maus Klub
In Heft 41/1981 wird der neue Klub auf einer Doppelseite vorgestellt. Die Schnipp-Liste enthält alle Neuheiten. Der Mitglieds-Ausweis ist jetzt eine Plastikkarte mit transparentem "Code-Teil zum entschlüsseln geheimer Botschaften". Statt der Bildfolgen gibt es nun Aufkleber.Info:
- Diese Liste findet man auch vielfach ganz in Graustufen gedruckt.
- Die "bewährten Klub-Artikel" - die Anstecknadel aus Plastik, den Fahrradwimpel und die Fahne - gibt es weiterhin. Im Widerspruch zur Schnipp-Liste (bestellt werden darf nur, was dort aufgeführt ist) werden Lesern per Brief weitere Restbestände angeboten.
- Auch im Heft erscheint bisweilen Werbung, dass Artikel aus dem "alten MMK" noch zu haben sind.
- Offenbar wissen viele Leser nicht, was der Schnipp ist, denn in Heft 39/1982 wird extra ein Hinweis dazu abgedruckt!
1983
Ab Ausgabe 15 wird auf den Schnipps wieder die Heftnummer angegeben.Kurios:
- In Heft 18 wird eine Wundertüte als "Micky-Maus-Klub-Schnipp-Super-Knallbonbon" beworben, erhältlich für 30 Schnipps.
- In Heft 44 taucht zunächst einmalig ein Schnipp in geändertem Design auf (Micky schaut nach rechts, geänderte Schriftart). Ab Ausgabe 48 wird dieser Schnipp dann kurzzeitig zum Standard, jedoch nur bis Heft 6/1984.
1984
Der letzte Schnipp - Ende des MMK
In Ausgabe 8 erscheint auf Seite 22 der letzte Schnipp. In Heft 9 wird in kleiner Schrift am unteren Rand der Seite 21 erklärt, dass die Schnipps "vorübergehend wegfallen", da es "im Donald Duck Gewinnjahr" so viele Preise zu gewinnen gibt.Die Schnipps können weiterhin eingelöst werden, solange Vorrat vorhanden ist. Der Verlag schickt am Ende Reste-Auflistungen an die Einsender mit folgendem Wortlaut:
"Lieber Micky-Maus-Leser!
Leider haben wir den MICKY-MAUS-Klub, aufgrund der schwachen Nachfrage unserer Leser, eingestellt! Aus diesem Grund findest Du in den Heften keine Schnipps mehr. Schnipplisten gibt es auch keine mehr. Dennoch kannst Du vorhandene Schnipps noch eintauschen. Die vorrätigen Artikel sind unten aufgeführt. Wir verschicken sie nur, solange der Vorrat reicht.
[...]
Für inzwischen vergriffene Artikel findest Du automatisch Ersatz. Andere Artikel, als hier aufgeführt sind, gibt es nicht mehr und werden auch nicht wieder hergestellt."
Info:
- 1984 fanden auch die regulären Bastelteile ihr schleichendes Ende. Sie wurden zunehmend durch zunächst flache Beigaben ersetzt, noch später durch Gimmicks, die bis heute dem Heft beiliegen.
1986
Dagobert-Taler (nur Österreich)
Die Ausgaben 3 bis 15/1986 enthalten auf der hinteren Umschlagseite einen "Duck & CO. Taler" zum Ausschneiden und auf den Cover einen zusätzlichen Hinweis. Hierzu wurde die Gestaltung so abgeändert, dass Taler und Banner aus der schwarzen Druckfarbe bestehen, die dadurch an den ursprünglich vorgesehenen Stellen fehlt. Dies fällt vor allem bei der Titelseite auf, während die Taler auf der Heftrückseite oft das Layout stören und manchmal sogar andere Texte überlagern.Vergleich der Titelseiten - links Österreich, rechts Deutschland:
Den Ausgaben 3, 4 und 5 ist ein "Schatzbuch" genannter Pappumschlag - außen über dem Heftumschlag, an der untern Heftklammer - beigeheftet, in dem die Taler gesammelt werden konnten. Hatte man 10 Taler gesammelt, konnte man sie in den Filialen der damaligen Länderbank gegen 20 Schilling tauschen, was zu dieser Zeit genau dem Gegenwert eines Micky Maus-Heftes entsprach.










































































































